Worum geht’s?

Update – unsere zentralen Forderungen an die TU Dresden:
 
Wir fordern die Universitätsleitung der Technischen Universität Dresden auf, im politischen Alltag Stellung zu beziehen und dabei auf Forderungen aus der Studierendenschaft einzugehen. Universitäten waren historisch immer ein Ort des progressiven Wandels und können nicht als neutraler Raum angesehen werden.
Wir fordern die Universitätsleitung auf, den Klimawandel als sozialökologische Krise anzuerkennen und das auch in ihre Leitlinien aufzunehmen.
Wir fordern, dass die TU Dresden den Klimanotstand medial ausruft und dies wissenschaftlich auf Grund der aktuellen Datenlage begründet. Wir fordern, dass sie ein Statement zur Klimagerechtigkeit und Klimaverantwortung im politischen Alltag kundtut.
Wir fordern (angesichts eines Klimanotstands), dass die Priorität bei Forschung und Lehre auf die Themen Klimagerechtigkeit, Nachhaltigkeit und sozialökologische Krise gelegt wird
Wir fordern, dass die TU Dresden bis 2025 klimaneutral wird und konkrete Maßnahmen dafür einleitet. Wesentliche Beiträge dazu sind beispielsweise die klimaneutrale Energieversorgung durch das Beziehen von Ökostrom und die Minimierung der Energiebedarfe.
Wir fordern, dass in jedem Studiengang an der TU Dresden Vorlesungen und Seminare für alle Student*innen und Mitarbeiter*innen zum Thema Klimakrise und dessen Auswirkungen sowie alternative Ökonomien angeboten werden. Diese sollen interdisziplinär gestaltet und im Studienablauf angemessen berücksichtigt werden.
Wir fordern die TU Dresden auf, mehr Räume für die studentische Selbstverwaltung und studentisches Engagement zur Verfügung zu stellen, in denen kollektiver Austausch und selbstorganisierte Bildung durch und für Studierende ermöglicht wird.
Wir fordern die TU Dresden auf, sich der Divestment-Bewegung anzuschließen, das heißt, dass alle angelegten Gelder in Fonds oder Banken, welche in den Bereichen fossile Energien und Waffenproduktion fließen, desinvestiert werden.
Wir fordern die ausschließliche Verwendung von Open-Source-Software, wie sie z.B. durch die Hochschulgruppe Freie Software und Freies Wissen Dresden vorangetrieben wird. Diese soll von der Universität priorisiert genutzt, unterstützt, verbreitet und beworben werden.
Wir fordern mehr Klimagerechtigkeit in den Mensen und schließen uns den sieben Forderungen des offenen Briefes von Students for Future Dresden und der TU-Umweltinitiative an die Hochschulgastronomie an. Dort wird unter anderem der schnelle Ausbau des pflanzenbasierten Angebots sowie die verpflichtende Kennzeichnung aller Gerichte durch CO2-Äquivalente gefordert.
Wir fordern die TU Dresden dazu auf, den Klimawandel als Fluchtursache anzuerkennen und sich für eine Politik der offenen Grenzen einzusetzen.
Wir fordern eine leichtere Möglichkeit, um die Grünflächen der TU Dresden mitzugestalten. Hierbei muss ein Gestaltungsspielraum zugelassen werden, um identitätsfördernd zu wirken und praktische Lehre umzusetzen. Wir wünschen uns eine Diversität der Grünflächen, dafür wünschen wir uns konkret mehr Grün- und Wasserflächen auf dem Campus, eine insekten- und vogelfreundliche Universität (seltene und abschnittsweise Mahd auf den Grünflächen), mehr Baumpflanzung auf dem Campus; und die Unterstützung zur Entwicklung eines essbaren Campus.
Wir forden Diversität in Forschung und Lehre mit dem kurzfristigen Mittel einer 50% Quote und die Gründung eines Instituts für Gender Studies.
Wir fordern Kettenarbeitsverträge für die betroffenen Mitarbeitenden, vor allem für internationale Wissenschaftler*innen, durch Langzeitverträge zu ersetzen mit dem Ziel unbefristeter Arbeitsverträge, statt Forschungsprojekt abhängige Befristungen und Kurzzeitanstellungen.
Wir fordern die Förderung von umweltschonenden Dienstreisen und einen generellen Verzicht auf Kurzstreckenflüge.
Für einen ruhigen, grünen, lebenswerten Campus fordern wir die TU Dresden dazu auf, im Rahmen des Masterplans das gesamte Unigelände frei vom motorisierten Individualverkehr zu gestalten und so ein Experimentierfeld für eine autoarme Stadt zu schaffen.
 
Stellungnahme zu den Ereignissen vom Donnerstag, dem 28.11.2019
 
Die Unileitung hat die Vereinbarung einer Duldung der Besetzung zwischen 9 und 20 Uhr gebrochen auf der Grundlage einer Fehlinformation.
 
Vor diesem Hintergrund fordern wir die Unileitung in Person des Kanzlers auf, die Türen des Audimax wieder zu öffnen und die friedliche Protestform, der mehr und mehr Zustimmung und Interesse von Seiten der Studierenden und anderen Gruppen der Stadt Dresden entgegengebracht wird, noch bis zur gemeinsamen Demo, dem 4. Internationalen „Global Climate Strike“, am Freitag gewähren zu lassen.
 
Dies wäre aus unserer Sicht ein faires Bestehen auf die von beiden Seiten ausgehandelten Standpunkte.
 
Der Anlass für das Nicht-Öffnens der Türen des Audimax war ein auf der Schlafplatzbörse von Ende Gelände aufgetauchter Eintrag der Besetzung mit Angabe von 297 Schlafplätzen. Von der Unileitung wird vorgeworfen, das damit die Vereinbarung, nicht im Gebäude zu übernachten, von Seiten der Gruppe HSZfuersKlima gebrochen wurde. Dies ist insofern unhaltbar, da die Eintragung – wie auf dem von der TU selbst veröffentlichten Screenshot zu sehen ist – am 23.11., also 2 Tage VOR der Besetzung und damit VOR der Vereinbarung einer Duldung bis Freitag, stattfand. Wir bewerten diese Eintragung in der Bettenbörse als Scherz einer Einzelperson im Vorfeld der angekündigten Besetzung. Es handelt sich dabei nicht um ein Angebot der Gruppe HSZfursKlima.
 
Der Schutz des Klimas kann nur funktionieren wenn alle mitarbeiten. Das ist aus unserer Sicht in den letzten Tagen passiert. Mehr Menschen haben sich mit dem Thema beschäftigt und konstruktiv über Lösungsvorschläge diskutiert als sonst. Verschiedene Akteure wie die tuuwi, Scientists und Students for Future bekommen Aufmerksamkeit und leisten einen Beitrag zur Debatte, der von seiten der Besetzung gewertschätzt wird. Es gibt inzwischen deutlich mehr Verständnis auch für das Aktionsformat der Besetzung, gerade werden Stimmen von Frustration lauter angesichts der Unbeweglichkeit großer Institutionen und der Mühsamkeit des Protests innerhalb der gängigen Wege. Es gab Verabredungen mit diversen Menschen, heute und morgen an einem Forderungskatalog zu arbeiten, wie die TU Dresden zu einer klimagerechten Uni verändert werden kann. Dies sollte in unser aller Interesse sein.
 
Zieht das Rektorat tatsächlich einen Leerstand des größten Hörssals der TU einer kreativen Nutzung im Rahmen eines Streikcafés für Klimagerechtigkeit vor? Ein leerstehendes Audimax nutzt niemandem.
 
Aus diesem Grund fordern wir die Unileitung auf, unsere friedliche Aktion bis zum Ende der Woche zu unterstützen und die Türen des Audimax innerhalb der nächsten Stunde wieder zu öffnen. Wir haben noch viel vor, wir alle machen mal Fehler und Sie machen aus unserer Sicht mit dieser Aktion mehr kaputt als dass sie erschaffen.
 
Für ein Vorankommen in Klimafragen braucht es Kreativität und Räume!
 
Wir wollen unseren Audimax zurück!

 

### Offener Brief einer Person die jahrelange Erfahrung in umwelthochschulpolitischem Kontext (Einblick in Arbeit mit Hochschulstrukturen, sowie in überregionalen Kontexten in Beratungen und Tagungen und deutschlandweiten Gremientätigkeit im nachhaltigkeitspolitischen Rahmen) hat und den ständigen Gegenwind der Uni beim Thema „ganzheitlicher Nachhaltigkeit“ kennt. Nun stört sie sich an den Reaktionen der Uni und der Studierenden bezüglich der aktuellen Audimax-Besetzung ###

Ein Klima für alle

Klima. Gibt es eins für uns alle? Nicht nur auf menschlich beschleunigte Erderwärmung bezogen, sondern auch auf Gesprächs- und Diskussionskultur bezogen sah es in den 2 Tagen der Hörsaalbesetzung teilweise bedrückend aus.

Den Klimastreikenden wird hier an der TU Dresden einiges vorgeworfen:

„Wir empfinden die Aktion der Besetzer als Vertreibung, als einen demokratiefeindlichen und unfriedlichen Akt und unsolidarisch gegenüber anderen Interessengruppen.“ (Zitat aus der offiziellen Mail des Rektorats der TUD vom 25.11.2019 an alle Mitglieder der TUD)

Ehrlich gesagt will der Klimastreik genau das Gegenteil.

Was will der Klimastreik?
Unfriedlich? Im Aktionskonsens das folgende: „Die Aktion richtet sich nicht gegen einzelne Mitarbeitende oder Studierende der TU Dresden. Die Sicherheit aller Beteiligten hat oberste Priorität.“. Bei der Besetzung hielten sich ausnahmslos alle an diesen Konsens. Zudem gibt es ein buntes Programm, dass für alle Gestaltenden und Interessierten offen ist. Es gibt Musik, Workshops, Essen und Getränke, Arbeitskreise, Diskussionsrunden. Aggressivität sucht man hier vergebens.
Undemokratisch? Indem sich die Besetzer*innen auf ihre demokratischen Grundrechte berufen und für ihre Überzeugungen einstehen, sich über Verbote und Gegenwind hinwegsetzen, beweisen sie, dass das Konzept Demokratie funktioniert. Zudem betrifft das Thema Klimawandel vor allem Menschen, die in unserer Demokratie (BRD) keine Stimme haben. Ihnen versuchen wir hier eine solche Stimme zu verschaffen.
Unsoldidarisch? Im Klimastreik gilt es abzuwiegen. Auf der einen Seite stehen die Interessen der Studierenden, die eine Woche lang keine Vorlesungen hören können und so ihr Privileg auf Bildung temporär einbüßen. Auf der anderen Seite finden sich die Interessen von Menschen des globalen Südens, die als erste direkt (mit Leib und Leben) vom Klimawandel bedroht sind, zudem die Interessen künftiger Generationen, die selbst noch nicht für sich einstehen können. In dieser Abwägung scheint es mehr als legitim sich mit denjenigen zu solidarisieren, deren Stimme weniger bis gar nicht gehört wird, die weniger privilegiert, sogar bedroht, gefährdet und benachteiligt sind. Die Klimastreikenden kämpfen nicht nur für ihre Kinder, sondern für die Kinder von allen. In welcher Welt sollen wir Ingenieure (auch für Erneuerbare) und Wissenschaftler*innen (auch für z.B. Solartechnologien) sein? Die einzige Welt die wir haben läuft Gefahr zu einer Sauna gemacht zu werden, ohne „Chancengleichheit“, ohne Ausweg.
Dies ist ein selbstloser Streik, denn es wird nicht für persönliche Interessen gekämpft, sondern für eine Zukunft für alle.

Was wollen die Klimastreikenden nicht?
Vorurteile bestärken, Fronten aufbauen, Machtgefüge reproduzieren. Falls jemand das Gefühl hat, dass genau das passiert: nehmt Kontakt auf, geht ins HSZ, sucht das Gespräch! Die Klimastreikenden sind an einem konstruktiven Dialog interessiert.

Wer sind die Hörsaalbesetzer*innen?
Eine heterogene lose Gruppe aus Studierenden und nicht-Studierenden, Einzelpersonen mit eigenen Motivationen und Gedanken, Klimainteressierten. Alles in allem Menschen, die sich für eine nachhaltigere Welt und Klimagerechtigkeit einsetzen.

Der Klimawandel betrifft uns alle, egal, ob Besetzer*innen, Streikende, Gegenstimmen oder Menschen die ihrem gewohnten Alltag nachgehen. Deswegen braucht es auch uns alle, um ihn zu abzuschwächen! Alle Studierenden, Mitarbeitenden, Rektoren, alle Kanzler*innen, Dezernate, Hochschulgruppen! Alle sind wichtig, alle können einen positiven Beitrag leisten! Die Aktion „HSZ fürs Klima“ ist ein Versuch dafür einen Raum an dieser Universität zu öffnen, hier darf von allen visioniert und diskutiert werden. Es braucht eine starke Klimabewegung auch in diesem akademischen Kontext. Jetzt gilt es rechtliche Einzelheiten, Imagesorgen und die eigene Bildungs-Vita etwas hintenanzustellen und eine Woche den Gedanken zu unserem Klima und unserer Welt den Vorrang zu gewähren. Zusammen sind wir stark! Oder nach dem Leitbild der TU Dresden: „ Wissen schafft Brücken – Bildung verbindet Menschen“.

 
Statement zur Besetzung Montag Abend (25.11.)
 
Am 25.11. wurde das Audimax der TU Dresden besetzt. Inzwischen hat die Besetzung fast einen Tag Bestand und es wurden Strukturen aufgebaut, die die Woche über ein gemeinsames Arbeiten und Denken am Wandelprozess möglich machen. Dazu gehören u.a. die Debattierecke, eine AG, die Forderungen an die Uni erarbeiten wird, und eine Küche für Alle (Küfa).
 
Der Tag war gefüllt mit anregenden Gesprächen über die Frage, was nötig ist, um mit dem Klimawandel umzugehen. Und genau diese Frage wollen wir stellen. Dabei wurde bewusst das Medium der Besetzung gewählt, das Angebot der Unileitung, die geplanten Veranstaltungen in das Foyer eines weniger repräsentativen Gebäudes zu verlegen, wurde bewusst abgelehnt.
 
Uns wird vorgeworfen, dass wir mehrere hundert Studierende einschränken, um uns einen Freiraum einzufordern. Es wird argumentiert, dass sich die Vorlesung auf der Seite der Rechtmäßigkeit und die Besetzenden auf der Seite des Unrechts befinden. Doch um wessen Recht geht es hier?
 
Die Gewohnheiten zu stören ist notwendig, um ein grundlegende Veränderung denkbar werden zu lassen. Sich in einen von oben zugewiesenen Raum verweisen zu lassen, wird nichts verändern. Es geht auch darum, zu hinterfragen wie eine Lehre und Wissenschaft, die auf Leistungsdruck und Konkurrenzdenken basiert, in der Lage ist, einen notwendigen Systemwandel zu schaffen. Es ist unmöglich, junge Menschen auf eine Zukunft vorzubreiten, die ausschließlich den Vorstellungen der älteren Generation entspricht. U.a. wenn zu diesen auch Befürworter von Atomkraft und Klimawandelleugner gehören.  Die Universität ist ein Ort der erstmal dem Lernen und Entwickeln von Ideen bestimmt ist. Doch momentan dominieren die Ideen von gestern diesen Raum. 
 
Das Wohlstandsgefälle wird auch in Deutschland immer größer. Sehr viele Menschen gehören nicht zum „Wir“ der vom Kapitalismus materiell profitierenden Schichten. Die Besetzung öffnet die Universität, um über Themen zu diskutieren, die alle betreffen, bei denen aber nicht alle berücksichtigt werden. Der Versuch der Unileitung, uns als unsolidarisch darzustellen, wirkt vor diesem Hintergrund geradezu lächerlich. 
 
Wir sind bestürzt über die dreiste Vereinnahmen von Begriffen wie Solidarität, Chancengleichheit, Gewalt und Vertreibung…
Vertrieben werden Menschen durch Kriege, die durch deutsche Waffenexporte mit angeheizt werden und durch die dramatischen Auswirkungen des Klimawandels. An dieser Stelle sei erwähnt, dass die TU Dresden sich bisher weigert eine Zivilklausel… Kleine Schritte erscheinen aus einer sehr privilegierten Perspektive heraus rechtmäßig, aber auf wessen Kosten? Der Ausfall einer Vorlesungssitzung einer Lehrveranstaltung erscheint als würde Menschen etwas grundlegendes genommen. Doch in welchem Verhältnis wird hier gedacht?
Wir äußern uns solidarisch mit allen Kämpfen im Globalen Süden und weltweit, die sich für einen Erhalt von Lebensräumen einsetzen.
 
Die letzte Hörsaalbesetzung in Dresden war im Potthoffbau 2008/2009, der für 77 Tage besetzt war. Damals ging es um die Bologna-Reform, aber auch um eine grundlegende Kritik an den Machtverhältnissen an der Uni (Wer kann einen Kommunikationskanal nutzen, den 40000 Menschen erreichen?) und der Forderung um selbstbestimmtes Lernen. Den Besetzenden wird nun das Foyer des Pothoff-Baus angeboten. Rückblickend werden Proteste wieder einmal vereinnahmt und gehypt, aber was in der Gegenwart passiert, wird delegitimiert. Wir schließen uns an die Kritik der Pot81 an.
 
Und noch kurz zum Schluss: HSZfürsKlima ist keine Gruppe! Es ist ein gemeinsames Anliegen, eine Idee, die von vielen geteilt wird und in deren Umsetzung die Energie von vielen sehr verschiedenen Menschen geflossen ist, von denen einige sich erst durch diese Idee kennenlernten. Es geht hier nicht um das Anliegen einzelner Menschen, sondern um die Verzweiflung angesichts eines starren Systems, dass sich trotz ernsthafter Bedrohungsszenarien nicht bewegt.
 
Niemand hat die perfekte Lösung parat. Es braucht Räume, um sie gemeinsam zu erfinden.
 
Klimagerechtigkeit braucht Systemwandel!
 

Kommentar zur Mail vom Rektor zur rechtlichen Lage (22.11.)

Angesichts des aktuellen Situation, wo die Klimakrise sich immer weiter zuspitzt, greifen die gängigen Mechanismen von Wandel nicht mehr. Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar und das vor allem im Globalen Süden. Ein Ausfallen einer Lehrveranstaltung erscheint uns dagegen als sehr vertretbar. Hierarchische Organistationen wie Universitäten agieren langsam und erhalten daher eher den Status Quo als dass sie wirkliche neue Lösungsvorschläge erarbeiten und präsentieren. Außerdem liegt diesen Strukturen zugrunde, dass es mehr auf ein nachhaltiges Image ankommt, als auf progressives Handeln!

Die Darstellung des Rektors betrachten wir als Angstmache. Eine Verurteilung aufgrund einer Hörsaalbesetzung in Deutschland ist uns zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Rechtlich verfolgt werden kann nur, wessen Identität festgestellt wurde, beispielsweise durch die Polizei. Der Rektor kann Hausrecht aussprechen, aber nicht ein Verhalten im Vorfeld verbieten.

Bunt und facettenreich bedeutet aus unserer Sicht gerade nicht, sich den Vorstellungen einer Unileitung zu fügen!

Worum Geht’s?

Vom 25.11.2019 bis 29.11.2019 wird unter dem Namen #HSZfürsKlima das Audimax (im Hörsaalzentrum) der TU Dresden besetzt. Damit wird im Rahmen der #UniStreik-Woche ein Streikcafé als zentraler Ort des Austauschs und der Vernetzung ermöglicht, um eine selbstorganisierte Uni für alle mit dem Ziel der Klimagerechtigkeit zu schaffen. Durch ein diverses Bildungsangebot und  kreative Protestaktionen kann und soll sich jede*r in der Stadt Dresden auch während der Hauptarbeitszeit mit dem Kampf gegen den menschengemachten Klimawandel beschäftigen.

Schau doch mal beim Programm vorbei 

Oder bring dich ein: Mitmachen!


Wieso besetzen?

Spätestens seit dem letzten globalen Klimastreik ist die Klimakrise in aller Munde. Wissenschaftler*innen sind sich einig über die katastrophalen Ausmaße und den dringenden Handlungsbedarf. Doch was ist bisher konkret passiert? Leider viel zu wenig. Das neue Klimapaket der Bundesregierung ist ein Witz dazu, was eigentlich nötig wäre. Viel zu sehr hält die Politik an wirtschaflichen Interessen fest und hemmt so den Wandel zu einer klimagerechteren Gesellschaft. Da die Klima-Proteste bisher nur wenig bewirken konnten, wollen wir den kreativen Widerstand nun auf eine neue Ebene bringen.
 
Auch an der TU Dresden gibt es zwar Bemühungen, ökologische Nachhaltigkeit stärker in den Fokus zu rücken. Schließlich trägt die Uni als Ort der Wissenschaft eine große Verantwortung für zukünftige Entwicklungen und könnte auch als zivilgesellschaftlicher Akteur in Dresden eine aktive Rolle einnehmen. Aber die Realität ist immernoch viel zu sehr von der Lehre geprägt, die unzeitgemäßes Wissen vermittelt.
 
Die Besetzung des größten Hörsaals der TU Dresden ist für uns eine Möglichkeit, dem Thema Klimagerechtigkeit die nötige Aufmerksamkeit zu verschaffen und gleichzeitig ein großes Streik-Café während der Unistreikwoche zu ermöglichen. Dieser entstandene Freiraum soll allen Menschen offen stehen und dazu einladen, sich mit der ökologischen Krise und Handlungsmöglichkeiten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig kann so eine Organisierungstruktur von unten erprobt werden.
Als Aktion zivilen Ungehorsams nehmen wir den Regelübertritt der Besetzung bewusst in Kauf, um durch unser Stören Aufmerksamkeit zu erzeugen und um zu zeigen, dass wir es ernst meinen. 
Denn die Klimakrise wartet nicht, bis dein Studium fertig ist!
 
 

Wie läuft die Besetzung konkret ab?

Wir wollen den Hörsaal die ganze Woche lang (25.-29.11.) besetzt halten. Deshalb treffen wir uns am Montag (25.11.) um 8:30 Uhr vor dem HSZ, um dann gemeinsam in der Hörsaal zu gehen. 
 
Wir wollen uns während der Besetzung ruhig und besonnen verhalten, von uns wird keine Eskalation ausgehen.
Mit den Räumlichkeiten der TU und dem Inventar des Hörsaals werden wir respektvoll und sorgsam umgehen.

 

Kommentar zur Mail vom Rektor zur rechtlichen Lage

Angesichts des aktuellen Situation, wo die Klimakrise sich immer weiter zuspitzt, greifen die gängigen Mechanismen von Wandel nicht mehr. Die Folgen des Klimawandels sind bereits deutlich spürbar und das vor allem im Globalen Süden. Ein Ausfallen einer Lehrveranstaltung erscheint uns dagegen als sehr vertretbar. Hierarchische Organistationen wie Universitäten agieren langsam und erhalten daher eher den Status Quo als dass sie wirkliche neue Lösungsvorschläge erarbeiten und präsentieren. Außerdem liegt diesen Strukturen zugrunde, dass es mehr auf ein nachhaltiges Image ankommt, als auf progressives Handeln!

Die Darstellung des Rektors betrachten wir als Angstmache. Eine Verurteilung aufgrund einer Hörsaalbesetzung in Deutschland ist uns zu diesem Zeitpunkt nicht bekannt. Rechtlich verfolgt werden kann nur, wessen Identität festgestellt wurde, beispielsweise durch die Polizei. Der Rektor kann Hausrecht aussprechen, aber nicht ein Verhalten im Vorfeld verbieten.

Bunt und facettenreich bedeutet aus unserer Sicht gerade nicht, sich den Vorstellungen einer Unileitung zu fügen!

Für ein buntes Streikcafé!

Für ein buntes Streikcafé!